Die Rahmenbedingungen
Der demographische Wandel ist in Deutschland nicht mehr aufzuhalten und verändert das Bild einer jeden Stadt. Obwohl in Lengerich bisher keine Bevölkerungsverluste zu verzeichnen waren, darf dieses Thema nicht ignorieren werden. Der Wandel bewirkt deutliche Veränderungen des Bevölkerungsaufbaus. In den Medien und Expertenkreisen wird dieses Phänomen plakativ als „bunter und älter“ betitelt. In den vergangenen Jahrzehnten registrierten wir bereits einen drastischen Alterungsprozess bei gleichzeitig sinkenden bzw. stagnierenden Geburtenzahlen. Dieser Alterungsprozess wird sich in den kommenden Jahren weiter intensivieren. Die Bevölkerungspyramide verschiebt sich deutlich zu Gunsten der älteren Jahrgänge. Das heißt, die Stadtentwicklung und Stadtplanung müssen sich mit diesen Auswirkungen des demographischen Wandels auseinander setzen, um den sich verändernden Ansprüchen adäquat begegnen zu können. Um nur wenige Schlagwörter zu nennen: Fragen der Barrierefreiheit, Integrationsprojekte und Lebensgestaltung im Alter werden neu in den Fokus von stadtplanerischen Angelegenheiten rücken und neue Herausforderungen darstellen.
Neben der Verschiebung der Altersstruktur, ist auch die Immigration von ausländischen Mitbürgern ein wesentliches Charakteristikum des demographischen Wandels. Einwanderer tragen entscheidend zum Erhalt und zur Stabilisierung der Stadt bei und sichern somit die vorhandenen Versorgungssysteme. Die adäquate Integration in bereits vorhandene Sozialsysteme spielt dementsprechend eine herausragende Rolle, um Akzeptanz und Verständnis den verschiedenen Kulturkreisen gegenüber zu initialisieren. Der kulturelle Austausch bietet eine Vielzahl an Potentialen und fungiert als Garant einer funktionierenden, variantenreichen städtischen Gesellschaft.
Die Stadtplanung sieht sich in jüngerer Zeit mit einer Vielzahl konträren Entwicklungen konfrontiert. Es reicht nicht nur die Bedürfnisse einer Bevölkerungsschicht zu befriedigen. Besonders wichtig ist der Dialog mit jungen Familien um jenen ein geeignetes Wohnumfeld zu ermöglichen. Eine kinder- und ausländerfreundliche Kommunalpolitik trägt entscheidend zur Akkumulation von jüngeren Bevölkerungsschichten bei und sorgt somit zur Durchmischung der Bevölkerung. Diese Durchmischung ist essential für den zukünftigen Entwicklungsverlauf und die Stabilität einer Kommune.
Die Stadt Lengerich stellte sich dieser Herausforderung und ging noch einen Schritt weiter. Sie erkannte ihre Mittlerfunktion und entwarf Ideen wie nicht nur die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen und Sozialgruppen adäquat entgegen kommen werden könne, sondern wie man die verschiedenen Generationen räumlich verbinden könne. Daraus entstand die Idee des integrativen Generationenparks.
Eine passende Fläche zur Realisierung des Generationenparks befand sich bereits in zentraler Innenstadtlage. Der bisherige Bürgerpark auf der revitalisierten Industriebrache Gempt war ursprünglich als Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger konzipiert. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. Aufgrund seiner sehr formalen Gestaltung war der Park wenig attraktiv und verfügte über eine geringe Aufenthaltsqualität. Der Stadtmarketingverein Offensive Lengerich sah sich hier als Interessenvertreter der Lengericher Bürgerschaft in der Verantwortung, für diese Fläche ein neues Konzept zu entwickeln. Der Wettbewerb der örtlichen Tageszeitung Westfälische Nachrichten „Ideen Fördern“ in 2006 war die Initialzündung für die Umgestaltung des Bürgerparkes in den Generationenpark Gempt.

